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DER BLAUE REITER
In München, Murnau und in der Gegend von Kochel entwickelte
sich die zweite bedeutende Kunstrichtung des Expressionismus. Als
Wassily Kandinsky und Gabriele Münter gemeinsam mit Alexej
Jawlensky und Marianne Werefkin im Sommer 1908 nach Murnau kamen,
entstand eine Malerei, die nicht mehr dem Vorbild der Natur im gewohnten
Sinne folgte, sondern den subjektiven Eindruck erfasste und die
vorangegangene "impressionistische Malweise völlig
hinter sich ließ. Beeinflußt von Murnau und seiner Landschaft,
auch von der volkstümlichen Hinterglasmalerei, entwickelten
sie eine auf Grundformen reduzierte, flächige Bildgestaltung,
die auf alles Nebensächliche verzichtete und mit ungemischten,
kontrastreich gesetzten Farben eine Intensität und Steigerung
des bildlichen Ausdrucks bewirkte. Ausstellungsforum der neuen expressiven
Kunst war seit 1909 die "Neue Künstlervereinigung München,
der u.a. Paul Klee, August Macke und Franz Marc angehörten.
Im Dezember 1911 traten Kandinsky, Münter, Marc und Kubin aus
und zeigten unter dem Namen "Der Blaue Reiter eine eigene
Ausstellung in der Galerie Thannhauser. An dem 1911/12 entstandenen
Almanach "Der Blaue Reiter, eine der wichtigsten programmatischen
Schriften für die Kunst des 20. Jahrhunderts, beteiligten sich
zahlreiche Künstler mit Text- und Bildbeiträgen aus den
verschiedensten Bereichen der Bildenden Kunst, der Volkskunst, der
Musik und des Theaters: "Das (...), Buch (...) umfasst die
neueste malerische Bewegung in Frankreich, Deutschland und Rußland
und zeigt ihre feinen Verbindungsfäden mit der Gotik und den
Primitiven, mit Afrika und dem großen Orient, mit der so ausdrucksstarken
ursprünglichen Volkskunst und Kinderkunst, besonders mit der
modernsten musikalischen Bewegung in Europa und den neuen Bühnenideen
unserer Zeit. (Franz Marc, 1912)
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